Es ist eine missglückte Aufführung. Es gibt nichts zu «sehen». Keine Darsteller·innen, keine ordnende Intelligenz, nur Sie – die Sie hereinplatzen – und den leeren Raum des Lichts in ständiger Bewegung. «Wir sind von derselben Natur wie die Berge», das wissen wir. Wie sehen, was ist? Absolute Schönheit, das, was ist. Es ist also eine Zeremonie, eine Feier, oder vielleicht genau das Gegenteil: eine Zeit der «Aussetzung» aller Zeremonien. Kommen Sie, wie Sie sind, oder kommen Sie in Bestform, fancy dress, Kostüm, Smoking usw. – oder ebenso gut ohne alles – oder in der Kleidung Ihres Berufs. Eine Garderobe steht Ihnen zur Verfügung. Kommen Sie mit einem Gegenstand, der Ihnen lieb ist, kommen Sie mit einem Tier, das Ihnen lieb ist, mit einer Pflanze, die Ihnen lieb ist, falls sie die Reise mitmachen will. Holen Sie Ihr eigenes Einverständnis ein und das Ihrer Nächsten. Liebt die anderen wie euch selbst. Es ist eine Arche Noah, ein Zufluchtsort im Leben oder auch «Ferien in der Wirklichkeit». Es geschieht nichts oder so vieles, wie es Georges Perec definiert (‹Tentative d’épuisement d’un lieu parisien›): «Was passiert, wenn nichts passiert, ausser Zeit, Menschen, Autos und Wolken». Es ist eine missglückte Aufführung, also eine aussergewöhnliche. Sie bleibt im «Zustand der Erscheinung» (Marguerite Duras, ‹Emily L.›), mit ihren Fehlern, ihren Schlacken, im Rohzustand der Art Brut, ertränkt im Leben. Was wollen Sie, die Kunst wollte schon immer das Leben interessanter machen als die Kunst, das ist ihre Hybris. Das Arsenic lässt mich träumen. Das ist selten. Kommen Sie, träumen Sie mit mir. Sie träumen, Sie sind, wie jede Nacht, dabei, den Traum zu schreiben, den Traum zu spielen, den Traum zu betrachten, das Theater des Traums zu sein. Kommen Sie und nehmen Sie teil an dieser Aufführung des SCHREIBENS IN DER NACHT.
C’est le silence qui répond
Yves-Noël Genod
